Buchprojekt «Das Rote Bologna»

Der Presseladen florierte: 1973 wurde ein Ertragsüberschuss von 6966. 25 Franken erarbeitet; . Daraus wurde eine kollektive Krankentaggeldversicherung finanziert. 1979 konnten Honorareingänge von 53‘254 Franken verbucht werden Dank der gut gefüllten Kasse wurde auch die Realisierung eines Medienprojekts möglich: 1974 schrieben Max Jäggi (†), Roger Müller (†), Sil Schmid und Otmar Schmid (auf dem Bild v.l.) «Das Rote Bologna». Das Buch umfasste 220 Seiten und enthielt 40 Bildseiten von Otmar Schmid. Bologna war in den 1970er und 1980er Jahren wegen seiner fortschrittlichen Stadtplanung, Verkehrs- und Umweltpolitik lange Zeit eine Pilgerstätte für deutsche und Schweizer Kommunalpolitiker und Stadtplaner. Die Stadt zählte lange zu den Hochburgen der Linksdemokraten, der Nachfolgeorganisation der Kommunistischen Partei Italiens (KPI).
In den 70er/80er Jahren legte der Oberst Cincera eine Fiche über den Presseladen an. Am zweiteiligen Buchprojekt «Unheimliche Patrioten» (Limmatverlag 1984) waren Peter Niggli, Ueli Haldimann, Peter Haffner vom Presseladen beteiligt.
Gäste im Presseladen
Das Faxgerät (mit Thermopapier) wird Anfang der 80er Jahre manchmal von der nahe gelegenen Redaktion der WOZ benutzt. 1984/85 war mit Fredi Hänni zeitweise das Sekretariat der Gewerkschaft SJU (Schweizer Journalistenunion) im Presseladen vertreten. 1988 mietete sich für zwei Jahre die «Agencia Nueva Nicaragua» ANN in den Räumen ein.
Hohe Ansprüche
Die Ansprüche des Teams an die eigene Arbeit waren hoch. Man traf sich regelmässig zu kleinen und grossen Presseladen-Konferenzen, an denen inhaltliche Diskussionen stattfanden und über Strategien und Projekte gerungen wurde. Die Konferenzen waren jeweils soziale Höhepunkte; die Anwesenheit war verpflichtend. Man begab sich sogar auf Retraiten auf die Lenzerheide oder an den Walensee. An diesen Sitzungen ging es zeitweise hoch zu und her: Drei Jahre nach Gründung, im März 1976, kam es zu einer Krise. Dabei wurde gar ein Antrag auf Auflösung des Büros gestellt. 1976 entschied man sich jedoch fürs Weitermachen.
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